Wie bringe ich mein Wissen über das Unternehmen im Bewerbungsgespräch geschickt ein?

Wer in einem Unternehmen arbeiten will, sollte es auch kennen. Nicht jede Abteilung, nicht jede/n Mitarbeiter/in, aber die Eckdaten und Geschäftsfelder sollten bekannt sein. Lesen Sie, was es über die Firma oder die Institution Wichtiges gibt, und überlegen Sie sich, wie Sie dieses Wissen in Form von Fragen und Anmerkungen einbringen können. Dabei geht es nicht darum, Eindruck zu schinden, indem Sie mit Firmenwissen prahlen. Vielmehr ist es für Sie leichter, sich im Bewerbungsgespräch zu verkaufen, wenn Sie Ihre eigenen Qualitäten mit den Aufgaben des potenziellen Arbeitgebers verknüpfen können und so zeigen: Ich bin die/der Richtige für Euch.

Wie beantworte ich die Frage “Warum haben Sie sich bei uns beworben?” am besten?

In Ihrer Antwort sollten Sie das persönliche Interesse an dieser Aufgabe in diesem Betrieb deutlich machen. Dazu gehört, dass Sie sich vorab gründlich über den Betrieb und die Produkte oder Dienstleistungen informieren. Immer wieder kommt es vor, dass Personalverantwortliche auf Bewerber/innen treffen, die nicht wissen, was das Unternehmen herstellt. Auch Aussagen wie: “Weil ich gerade einen Job suche.” sprechen nicht für Ihre Motivation.

Einen guten Eindruck machen Sie, wenn Sie zu erkennen geben, dass Sie sich mit den Erwartungen des/r  Arbeitgebers/in in spe auseinander gesetzt haben. Möglich sind auch Anmerkungen wie: “Sie sind in der Branche bekannt für … und deshalb möchte ich für Sie arbeiten” oder “Ihre Produkte finde ich sehr gut und ich möchte in einem innovativen Unternehmen mitarbeiten.”

Welchen Hintergrund hat die Frage “Warum haben Sie sich bei uns beworben?” im Bewerbungsgespräch?

Aus vielerlei Gründen will der/die zukünftige Arbeitgeber/in wissen, warum Sie sich gerade bei diesem Unternehmen bewerben. Mit dieser Frage will er/sie herausfinden:

– Haben Sie sich über das Unternehmen informiert?

– Ist dieses Unternehmen Ihre erste Wahl oder eines unter vielen?

– Was genau reizt Sie an diesem Betrieb?

– Haben Sie sich diese Firma gezielt ausgesucht?

– Wie hoch ist Ihre Motivation, genau diesen Job in diesem Unternehmen zu bekommen?

Was sollte ich bei der Antwort auf die Frage „Was wissen Sie denn bereits über uns?” berücksichtigen?

Bei der Beantwortung dieser Frage geht es nicht nur darum, welches Wissen Sie bereits über das Unternehmen gesammelt haben, sondern auch zu sehen, was Sie nicht wissen. Ihr Wissensstand zeigt, wie gründlich und über welche Medien Sie sich über das Unternehmen informiert haben. Eine gute Vorbereitung auf diese Frage ist die Zusammenstellung eines etwa dreiminütigen Vortrages über das Unternehmen und die Stelle, für die Sie sich beworben haben. In diesem Vortrag nennen Sie alle wichtigen Daten und Sachverhalte. Zusätzlich verweisen Sie auf Ihr Vorgehen bei der Infosuche und Ihre Quellen. Sie bekunden mit einer detaillierten Recherche Ihr Interesse am Unternehmen, geben Ihre Einschätzung des Unternehmens ab und geben Einblicke in Ihre Arbeitsweise.

Wie gehe ich mit der Frage nach den Erfolgen und Misserfolgen um?

Vielen Menschen ist es etwas unangenehm über ihre Erfolge zu sprechen, trotzdem sollten Sie sich auf diese Frage gut vorbereiten, da Sie einige Pluspunkte sammeln können. Es sähe für den Personalverantwortlichen nach einer wenig ambitionierten Arbeitseinstellung aus, wenn Sie nichts zu diesem Punkt erzählen könnten. Daher überlegen Sie, was in Ihrem bisherigen Jobleben, auch in Praktika, gut geklappt hat: Konnten Sie für einen ehemaligen Arbeitgeber zur Umsatzsteigerung beitragen, haben Sie eine erfolgreiche Idee eingebracht, konnten Sie wichtige Neukunden akquirieren?

Entsprechend sollten Sie auch mit der Frage nach einem Misserfolg umgehen. Vielleicht können Sie von einem ambitionierten Projekt berichten, das dann letzten Endes wegen widriger äußerer Umstände (z.B. Konkurs eines beteiligten Unternehmens etc.) gescheitert ist. Wenn Sie quasi als Abschluss berichten, was Sie daraus gelernt haben, sind Sie auch wieder auf der positiven Ebene.

Welchen Hintergrund hat beim Bewerbungsgespräch die Frage nach den größten beruflichen Erfolgen und Misserfolgen?

Der/die Personalverantwortliche möchte mit diesen Fragen Ihr Persönlichkeitsprofil testen und dabei gleichzeitig prüfen, wie es um Ihre Selbstkritik bestellt ist. Mit Hilfe dieser Fragen möchte er/sie auch prüfen, wie gut Sie in das Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle passen. Für ihn/sie ist wichtig zu sehen, wie Sie mit Misserfolgen umgehen, ob Sie dazu stehen können oder nur um den heißen Brei herum reden. Letzten Endes betrifft die Frage dann Ihr Selbstbild: schätzen Sie sich und Ihre Fähigkeiten realistisch ein? Für den Arbeitgeber/die Arbeitgeberin stellt dies einen wichtigen Aspekt dar.

Wieso sollte ich als BewerberIn im Gespräch Fragen stellen?

Es ist sehr wichtig, dass Sie zur passenden Zeit eigene Fragen anbringen! So zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie sich im Vorfeld Gedanken gemacht und vorbereitet haben. Damit bekunden Sie einmal mehr Ihr Interesse an der Position. Zudem vermitteln Sie dem Unternehmen ein klares Bild darüber, was Ihnen wichtig ist und erhalten Informationen, die Ihnen bei der Entscheidungsfindung sicher hilfreich sind.

Wie antworte ich im Gespräch auf die Frage “Wie würde Sie ein Mensch, der Sie gut kennt, beschreiben?”?

Diese Frage ist bewusst offen formuliert. Wenn Sie also bereits jetzt damit beginnen, negative Persönlichkeitseigenschaften zu erwähnen, obwohl Sie noch gar nicht dezidiert dazu aufgefordert wurden, machen Sie es dem/der Personalverantwortlichen sehr leicht. Beantworten Sie die Frage also nur mit positiven Charaktereigenschaften. Bevorzugen Sie dabei jene Persönlichkeitsstärken, die Sie wahrscheinlich auch nützlich in die zu besetzende Position einbringen können. Idealerweise listen Sie nicht nur eine Reihe von positiven Eigenschaftswörtern auf, sondern können für jede Ihrer persönlichen Stärken auch eine kurze berufliche Episode schildern, in der Sie diese Eigenschaft bereits erfolgreich unter Beweis stellen konnten.

Was sind die wichtigsten Gründe für ein zweites Bewerbungsgespräch?

Die Gründe dafür können vielseitig sein:

– Ein wichtiger Ansprechpartner war beim ersten Gespräch verhindert

– Im ersten Gespräch wurde überprüft, ob Sie fachlich qualifiziert sind. Nun steht die Persönlichkeit im Mittelpunkt. Oder umgekehrt

– Man will auf Nummer sicher gehen

– In diesem Gespräch geht es um Details, die das Unternehmen, die Position oder die Konditionen betreffen

Wie sollte ich mich in einem Stressinterview verhalten?

Allen voran sollten Sie Ruhe bewahren und sachlich bleiben. Diese Art des Interviews soll Sie dazu verleiten, Frustrationserscheinungen wie Aggression oder Resignation zu zeigen. Sie antworten also ruhig und freundlich, aber bestimmt und verteidigen Ihre Position und Überzeugung. Auf mögliche verbale Angriffe sollten Sie nicht eingehen und auf keinen Fall mit der gleichen Waffe zurück schlagen. Nehmen Sie sich Zeit zum Überlegen und Formulieren. Indem Sie nachfragen, können Sie etwas mehr Einfluss nehmen oder zumindest Bedenkzeit gewinnen. Wenn Sie sich persönlich beleidigt fühlen, brechen Sie das Gespräch höflich, aber bestimmt, ab.